Sommerakademie 2021

«Faszination Farbe» mit Gerhard Scharnhorst 
«Farben sind Träger von Gefühlen und in der Malerei das Gestaltungsmittel Nummer eins. … Ihre starke, sinnliche Wirkung regt unseren Malprozess  an und gibt dem Bild seine emotionale Kraft.»

Wie schon in der Sommerakademie 2017 stellt mich Gerhard  auf eine harte Probe. «Einfach drauflos, lass die Farbe explodieren».  Wenn ich beim Malen an nichts gedacht habe, haben die Ergebnisse oft schnell den Gefallen des Dozenten gefunden. Immer wenn ich «heimlich» ein Motiv im Kopf hatte und Farbe und Form dann in diese Richtung manipuliert habe – oder wenn ich nach dem ersten «Wurf» ein Motiv in dem Bild entdeckt habe und dieses herausarbeiten wollte, dann wurde es mühsam. Die Verbesserungsvorschläge von Gerhard haben mich noch einige Kraft gekostet – in der Regel war das Resultat zum Schluss aber ok.

Einmal habe ich mich beim Anschauungsmaterial (einem Bild von Ingelore Kreienborg) bedient und den farbenfrohen Stier nachempfunden. Das ist mein Lieblingsbild unter den Ergebnissen der Sommerakademie.

  • Bilder 1-3: Die Einstiegs-Aufgabe bestand darin, mit den Grundfarben eine Farb-Komposition zu erstellen.  Der wüste Kampf von Blau und Rot fand mehr Anklang als das Motiv vom neuen Hafen. Allerdings interessant: Bei den i.d.R. gegenstandslosen Bildern meiner Mitstreiter haben wir oft diskutiert in welcher «Hängung» das Bild am besten wirkt. Der Zufall hat bei meinem Motiv dafür gesorgt, dass sich auch upside-down ein Motiv ergibt.
  • Bilder 4-5: Nächste Anregung war entsprechend den Ideen von Piet Mondrian die Flächen zu strukturieren. Auch hier muss neben dem abstrakten Fensterblick  wieder ein Bremerhaven-Motiv herhalten. Zur eigenen «Befreiung» habe ich dann noch ein altes misslungenes gegenstandloses Bild genommen, um mit Rahmen-Strukturen interessante Teile hervorzuheben. 
  • Bilder 7-9: Ein grosses (100×70) weißes Blatt bereitet mir immer erstmal Startschwierigkeiten. Eine gute Idee ist, es einfach in 6 einzelne Flächen einzuteilen. Im ersten Versuch kamen dann doch 6 einzelne motiv-gesteuerte Bildchen heraus. Im 2.Versuch mit Variationen emotionaler Pinselführung und Grauwert-Studien kommt dann doch ein 6-Klang raus. Hell-Dunkel-Kontraste sind in Graubereich besonders interessant. Man focussiert sich im Schwarz-Weiss-Bereich auf diese Thematik.
  • Bilder 10-12: Zurück zur Farbe. Wenn ich beim Malen Tiere im bunten Farbmix erkenne, dann bin ich versucht an Franz Marc zu denken. Besser ist, ich belass es bei den Farben und einer «Stimmung Afrika» und betone diese ggf. mit passenden Rändern. Und zum Schluss entsteht auf einem Orange-farbigen Hintergrund ein wirres Spiel von Linien, welche die Fantasie anregen.
  • Bilder 13-15: Eine abstrakte Farbkomposition löst bei mir in diesem Sommer der Naturkatastrophen das Bild einer Schlamm- oder Glut-Lawine aus. In mehreren Schritten wird das Bild immer schlammiger, schmutziger, zerstörter. Den letzten Tipp von Gerhard, die Zerstörung mit der Glut des Schmiede-Workshops zu vollenden befolge ich dann doch nicht. 
  • Bilder 16-18: alte, ins Stocken geratene oder verworfene Arbeiten. Mit Gerhards Tipps wurde der Fjordblick mit Nordlicht noch etwas stimmungsvoller und an der Skyline sollte ich bitte nichts verändern. Ganz schwierig für mich ist nach wie vor zu beurteilen: Wann ist ein Bild fertig? Bei einer Vorlage wie dem Stier ist es einfacher.